„die vermessene mauer“ fasziniert auf den Kunsttagen Basel
Basel – Es ist ein Blick zurück, der den Fokus scharf auf die Gegenwart richtet: Im Rahmen der Kunsttage Basel die vom 3. bis 6. Juni 2021 (1961, 60 Jahre Mauerbau) stattfand, wurde ein außergewöhnliches Kunstprojekt präsentiert, das die Besucher tief bewegte. In einer hochkarätigen Kooperation mit der renommierten Messe photo basel zeigten die Veranstalter das eindringliche Werk „die vermessene mauer“ von Philipp J. Bösel, entstanden in Zusammenarbeit mit Burkhard Maus.
Der Zeitpunkt der Ausstellung war dabei sensibel und bewusst gewählt. Die Kunsttage luden zu einem geschichtsträchtigen Datum ein: Es jährte sich der Bau der Berliner Mauer zum 60. Mal – ein Ereignis, das 1961 die Welt spaltete und dessen Narben bis heute spürbar sind.
Die Verschmelzung von Fotografie und Raum
Bösel und Maus belassen es in ihrer Arbeit nicht bei der bloßen Dokumentation. „die vermessene mauer“ ist eine wegweisende Symbiose aus fotografischer Präzision und raumgreifender Installation. Durch diese Kombination bricht das Werk die Zweidimensionalität des klassischen Fotos auf und schafft ein begehbares, fast physisch spürbares Erlebnis.
Die Besucher der Kunsttage wurden nicht nur zu Betrachtern, sondern zu Akteuren, die sich aktiv durch die Dimensionen von Trennung, Vermessung und Raum bewegten. Die künstlerische Kraft und die visuelle Ausdrucksstärke des Duos verliehen dem historischen Betonkonstrukt eine ganz neue, beklemmende Relevanz.
Ein Spiegel für die Fragen unserer Zeit
Die Kooperation zwischen den Kunsttagen Basel und der photo basel bewies einmal mehr, dass zeitgenössische Kunst weit mehr ist als reine Ästhetik. Sie ist ein Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen.
„die vermessene mauer“ bot dem Publikum nicht nur die Gelegenheit, das Schaffen herausragender zeitgenössischer Künstler zu entdecken, sondern stieß vor allem eine tiefere Reflexion an. Das Werk fordert dazu auf, sich den drängenden Themen unserer eigenen Epoche zu stellen:
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Wo entstehen heute neue, unsichtbare Mauern?
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Wie vermessen wir Freiheit und Grenzen im 21. Jahrhundert?
Am Ende hinterließ die Installation in Basel vor allem eine Erkenntnis: Mauern lassen sich vermessen und fotografieren – die Sehnsucht nach ihrer Überwindung hingegen bleibt unendlich.
photos © philipp j. bösel„Le Mur (dé)mesuré“, Ausstellung von 44 großformatigen Abzügen im öffentlichem Raum, Place du Luxembourg bzw. Place de l´Albertine (9. – 29. November 2009) Une initiative commune des Autorités féderales belges, de la Commission européenne et du Parlement europée.
photos © philipp j. bösel„Die vermessene Mauer“, ein Werk von Philipp J. Bösel und Burkhard Maus
„Übertrieben durch ihre Arroganz und durch ihre Dimensionen“ so, drängte die Berliner Mauer sich im Jahre 1984 auf, fünf Jahre vor dem Mauerfall. In diesem Jahr haben Philipp J. Bösel und Burkhard Maus, zwei westdeutsche Bürger beschlossen diese Kilometer Beton auf Film peinlich genau aufzunehmen. Von der Westseite. Dort,wo die Mauer der größte jemals bekannte Ausdrucksträger wurde, ein Hoffnungs- und Freiheitszeichen, Ihre Arbeit war präzis, vermessen, das Gerät immer an gleichem Abstand von der Mauer. Das Ergebnis bietet eine Kontinuität gemäß Horizont, eine vollkommene Verbindung für die hunderte Fotografien, die diese augenblickliche Zeugenaussage der traurigen Mauer zusammensetzen, in einem Zeitalter wo sie noch zum Alltag der Berliner gehörte.














































