Hommage an Günther Uecker: „Die Verletzlichkeit der Welt“ im Arp Museum Rolandseck
Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck präsentiert vom 8. Februar bis 14. Juni 2026 eine tiefgründige Hommage an den im Juni 2025 verstorbenen Künstler Günther Uecker. Unter dem Titel „Die Verletzlichkeit der Welt“ zeigt die Ausstellung Werke aus sieben Jahrzehnten, die Ueckers ikonische Nagelbilder, kinetische Installationen und späte Werkserien umfassen. Es ist die erste Ausstellung nach seinem Tod und die letzte, an deren Konzeption er noch selbst mitgewirkt hat. Jacobs Uecker, sein Sohn, war maßgeblich an der Gestaltung beteiligt und betont, dass es für seinen Vater keine Trennung zwischen Mensch und Künstler gab.
Günther Uecker (*1930 Wendorf, †2025 Düsseldorf) war dem Künstlerbahnhof Rolandseck seit Langem eng verbunden. Bereits 1964, als der Bahnhof noch ein halb verfallenes Gebäude war, schlug Uecker symbolisch Nägel von außen über die Treppe bis in die oberen Stockwerke – festgehalten in dem filmischen Werk „Die Treppe“, das auch in der aktuellen Ausstellung zu sehen ist ein weiteres Schlüsselwerk, das „Bett zum Aufwachen“ von 1965, ein Himmelbett mit Nagelrelief, schuf er für den Museumsgründer Johannes Wasmuth, der das Potenzial des Bahnhofs als Kunstort erkannte. Diese beiden Werke sind Ausgangspunkte der Schau und verdeutlichen Ueckers frühe Präsenz und Bedeutung für das Museum.
Die Ausstellung umfasst insgesamt 45 Werke, die Ueckers spirituelle Haltung und sein humanistisches Weltbild widerspiegeln. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten, die sich der „Verletzlichkeit der Welt“ widmen – ein Ausdruck seines Lebenswerkes, das Frieden, Empathie und menschliche Verantwortung reflektiert. Uecker selbst sagte einst: „Das Thema meiner künstlerischen Arbeit ist die Verletzbarkeit des Menschen durch den Menschen“. Diese Werke treten in einen Dialog mit den Arbeiten von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp sowie der Architektur von Richard Meier.
Besucher der Ausstellung bekommen die Möglichkeit, Ueckers prägenden Einfluss auf die Nachkriegskunst zu erleben. Als wichtige Persönlichkeit der Künstlergruppe ZERO revolutionierte er die Kunst mit seinen ikonischen Nagelbildern und Reliefs. Die Ausstellung ist nicht nur eine Würdigung seiner künstlerischen Leistungen, sondern auch eine Reflexion seiner tiefen Auseinandersetzung mit biografischen Erinnerungsbildern, Kriegserlebnissen und Naturerfahrungen, die seine Werke unverwechselbar prägten.
Die Schau „Die Verletzlichkeit der Welt“ ist eine einzigartige Gelegenheit, das facettenreiche Werk Günther Ueckers in einem Kontext zu erleben, der ihm besonders am Herzen lag und an dessen Entstehung er bis zuletzt mitwirkte.
Quelle: swr fernsehen| thedorf.de | rhein-ahr-anzeiger | ddorf-aktuell.de
photos © philipp j. bösel



























