GONG

Gong & Steve Hillage Band „2032“ in der Harmonie-Bonn am 11.11.2009

Zusammen mit Gong-Mastermind Daevid Allen, Sängerin Gilli Smyth (Space Whisper) und den beiden Gastmusikern Theo Travis (Saxophon/Flöten) und Chris Taylor (Drums) sowie Mike Howlett (Bass) komplettieren Gitarrist Steve Hillage und seine Lebensgefährtin Miquette Giraudy (Keyboards) eine der umtriebigsten und einflussreichsten Progressive Bands der letzten 40 Jahre.

„2032“ live in der Harmonie Bonn – Klang zwischen Zukunft und Gegenwart

Am 11. November 2009 verwandelte die Band 2032 die Harmonie Bonn in einen dichten Resonanzraum zwischen elektronischer Präzision und organischer Rockenergie. In dem traditionsreichen Saal traf an diesem Abend musikalische Zukunftsvision auf unmittelbare Live-Intensität – konzentriert, eigenständig und fernab gängiger Genreklischees.

2032 präsentierten sich als Band, die weniger auf Effekte als auf Atmosphäre setzt. Von den ersten Takten an entwickelte sich ein vielschichtiges Klangbild: treibende Rhythmen, flächige Synthesizer und Gitarrenlinien, die sich nicht in den Vordergrund drängten, sondern den Songs Tiefe und Struktur verliehen. Der Sound wirkte kontrolliert und zugleich offen – ein Spannungsfeld, das den Abend prägte.

Die Stücke bauten sich häufig langsam auf, verdichteten sich schrittweise und entluden sich in präzise gesetzten Höhepunkten. Dabei gelang es 2032, trotz elektronischer Elemente eine spürbare Nähe zum Publikum herzustellen. Die Musik blieb nicht kühl oder distanziert, sondern entwickelte eine fast körperliche Präsenz, die im Raum der Harmonie besonders gut zur Geltung kam.

Auch visuell blieb die Band zurückhaltend. Statt großer Gesten dominierten Konzentration und Zusammenspiel. Diese Reduktion verstärkte den Eindruck, dass hier weniger eine Show als vielmehr ein musikalischer Prozess präsentiert wurde – live, unmittelbar und ohne Umwege.

Das Publikum nahm diese Haltung aufmerksam auf. Zwischen den Stücken herrschte gespannte Ruhe, die sich in anhaltendem Applaus entlud. Es war deutlich zu spüren, dass viele Zuhörer gekommen waren, um sich auf die Klangwelt von 2032 einzulassen, nicht um bekannte Refrains mitzusingen.

Das Konzert in der Harmonie Bonn zeigte 2032 als Band, die ihren eigenen Weg geht: experimentell, aber zugänglich; strukturiert, aber emotional. Ein Abend, der weniger durch Lautstärke als durch Tiefe überzeugte – und der noch lange nachklang.

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photos © philipp j. bösel