Delbrügge bei Jussi

Roger Schaffrath, Bernd Delbrügge, Gero Gellert, Dirk Ferdinand
Delbrügge Band bei Jussi in Köln-Bickendorf – Jazz, Blues und ein bisschen Fußball

24. September 2026, Köln-Bickendorf. Ausgerechnet an diesem Abend spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die Niederlande. Für Berns Delbrügge, Bandleader der Delbrügge Band, ist das eine besondere Herausforderung. Denn er spielt nicht irgendwo, sondern ausgerechnet in seiner Stammkneipe bei Jussi in Bickendorf – dem Ort, an dem er sonst selbst die Bundesliga verfolgt und die Spiele des 1. FC Köln schaut.

Die Kneipe ist gut besucht, auch wenn sie an diesem Abend nicht ganz so voll ist wie sonst bei den Konzerten der Delbrügge Band. Das Länderspiel fordert seinen Tribut. Doch diejenigen, die gekommen sind, lassen sich schnell von der Musik einfangen. Die Atmosphäre ist vertraut: entspannt, direkt und gleichzeitig voller Energie.

Musikalisch bewegt sich die Delbrügge Band weiterhin irgendwo zwischen Duke Ellington, Tom Waits und Louis Armstrong. Jazz trifft auf Blues, New Orleans auf eine gute Portion musikalische Eigenwilligkeit. Die Musik klingt mal lässig und swingend, mal rau und fast ein wenig schräg. Genau diese Mischung macht die Konzerte der Band so besonders.

Auch in der Besetzung gibt es eine Veränderung. Roger Schaffrath ist seit Kurzem neu dabei und übernimmt die Gitarre. Zusammen mit Gero Gellert am Bass und Dirk Ferdinand am Schlagzeug bildet er das rhythmische und musikalische Fundament für Berns Delbrügges musikalische Geschichten.

Und dann ist da natürlich noch das Fußballspiel.

In der Pause wird kurz der Fernseher eingeschaltet. Schließlich möchte man als Fußballfan wissen, was gerade passiert. Und plötzlich herrscht Aufregung: 1:0 für die Niederlande! Ein kurzer Schreckmoment – gerade für die deutschen Fußballfans unter den Gästen.

Doch dann die Erlösung: Das Tor wird aberkannt.

Aufatmen bei Jussi. Das Konzert kann weitergehen.

Vielleicht gehört genau das zu einem Konzertabend bei Berns Delbrügge: Die Musik steht im Mittelpunkt, aber das Leben drumherum darf jederzeit dazwischenfunken. Ein Länderspiel, ein Fernseher in der Pause, ein aberkanntes Tor – und danach wieder Jazz.

So geht der Abend weiter, mit der Musik der Delbrügge Band, die sich nicht um Fußballergebnisse kümmern muss. Sie hat ihren eigenen Rhythmus.

Und vielleicht ist es am Ende sogar eine ganz gute Entscheidung von Berns Delbrügge gewesen, an diesem Abend nicht vor dem Fernseher zu sitzen, sondern selbst Musik zu machen – ausgerechnet in seiner Stammkneipe bei Jussi in Köln-Bickendorf.

Delbrügge Band
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photos © philipp j. bösel